Logistik-Blog

Kein Tempolimit für Kleintransporter oder Fahren am und ohne Limit

Die kostengünstigste und einfachste Methode CO2 einzusparen, wäre ein Tempolimit. So viel vorab.

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich gegen ein Tempolimit für Kleintransporter ausgesprochen. In der gleichen Sitzung wurde der Kohlendioxid-Ausstoß für Kleintransporter bis 2020 auf leicht machbare 175 Gramm pro Kilometer festgesetzt, erst danach gelten 140 Gramm. Jede andere Einrichtung: ja. Dass ausgerechnet ein Umweltausschuss gegen ein Tempolimit und moderate CO2-Grenzwerte votiert, ist ungefähr so, als würde sich Alice Schwarzer gegen eine Frauenquote stemmen.

Natürlich müssen Umweltziele realistisch sein und weder Menschen noch Wirtschaft vor Existenzprobleme stellen. Dass ein Tempolimit für Kleintransporter dazugehört, darf jedoch bezweifelt werden. Zumal mit Ausnahme von Estland, Lettland, Malta und Deutschland längst in ganz Europa 130 oder sogar darunter gilt.

Die Branche wäre schon im eigenen Interesse gut beraten, ein solches Limit sogar selbst zu forcieren. Das Image der Branche würde sich schlagartig bessern, Kosten und Unfallsrisiken sinken. Viele Fahrer und Unternehmer klagen seit Jahren über das nervenaufreibende und gefährliche Fahren am Limit, zahlreiche Firmen haben aus Kosten- und Sicherheitsgründen bereits freiwillig auf 130 Stundenkilometer abgeregelt.

Keine Notwendigkeit für ein generelles Tempolimit sehen die Gegner und fordern stattdessen in Sicherheitstechnik zur Standardausstattung zu machen und in bessere Fahrerqualifizierung zu investieren. Sicherheitstechnik und Qualifizierung sind ohne Zweifel sinnvoll, doch das Argument ist ein Trojaner.  Was die Fahrzeughersteller freut, wird der Kundschaft ziemliche Löcher ins Portemonnaie reißen, denn Sicherheitsausstattung gibt es auch als Standard nirgendwo zum Nulltarif.

Die kostengünstigste und einfachste Methode CO2 und Kosten einzusparen, wäre ein Tempolimit. So viel dazu.

Kommentare (0)
E-Mail Drucken PDF

Wer wird das neue Mitglied der Logistik Hall of Fame?

Man kann sie kaum noch zählen, so viele Awards, Auszeichnung, Rankings und sonstige Preise gibt es mittlerweile in der Logistikkonzepte, -produkte und -dienstleistungen.

Doch nur zwei Awards zeichnen Menschen aus, die mit viel Kreativität, Können und Engagement die Logistik wirklich vorangebracht haben. Einmal der DVZ Leo und dann natürlich die Logistik Hall of Fame. Die Hall hat sich 2003 als erste Institution der Aufgabe verschrieben, die Meilensteine und ihre Macher auszuzeichnen. Das Wahlverfahren ist aufwändig, die Jury allein liest sich schon wie das Who-is-Who der Logistik und die Messlatte liegt vermutlich um einiges höher als bei jedem anderen Preis.

Nach sieben Jahren ist eine stattliche Galerie zusammengekommen, die in gut zwei Wochen um einen Namen reicher sein wird. Die Wahl zur Logistik Hall of Fame 2010 ist vorbei und am 14. Oktober wird der Name des neuen Mitglieds offiziell bekannt gegeben. Bis dahin ist das Ergebnis top secret. Nur so viel: Über 25 gültige Vorschläge sind in diesem Jahr eingegangen, und eines ist jetzt schon sicher: es wird ein großer Name sein.

Kommentare (0)
E-Mail Drucken PDF

Der Lang-LKW als hoheitliche Aufgabe

Die seit jeher ideologisch geführte Auseinandersetzung um den Lang-LKW nimmt immer absurdere Züge an. Gutachten jagt Gegengutachten, kürzlich erschien ein schlecht gemachtes und mit falschen Fakten gespicktes Horrorvideo auf Youtube und jetzt hält ein Gutachten des Deutschen Instituts für Urbanistik den geplanten Feldversuch auch noch für rechtswidrig. Bundestag und Bundesrat müssten zustimmen. Die Begründung liegt nahe an der Stand-up-Comedy: Die bisherige Längenbegrenzung diene dem Schutz der Verkehrsteilnehmer und dieses Ziel dürfe nicht durch eine einfache Verordnung außer Kraft gesetzt werden. Der Feldversuch, eine hoheitliche Angelegenheit der Republik?  Womöglich beschäftigen sich in Kürze das Bundesverfassungsgericht oder gar der Bundespräsident mit der Sache. Ob tatsächlich von den langen Trucks eine Gefahr für Leib und Leben der Menschheit ausgeht, wird der Versuch zeigen. Dass das Difu das auch ohne Test dazu in der Lage ist, darf bezweifelt werden.

Kommentare (0)
E-Mail Drucken PDF

Die Rückkehr zum ehrbaren Kaufmann

Brauchen Wirtschaft und Logistik einen hippokratischen Eid? Ethikregeln, wie sie in der Medizin oder der Juristerei üblich sind? Die Frage warf Professor Christopher Jahns in dieser Woche auf den Dortmunder Gesprächen auf.

Den ehrbaren Kaufmann gab es schon. Ebenso die Erkenntnis, dass Wirtschaft und Wachstum ohne Werte nicht funktionieren, zumindest nicht nachhaltig. Irgendwann passte beides plötzlich nicht mehr in die Zeit. Heuschrecken waren willkommen, findige Banker wurden gefeiert, rücksichtlose Manager verehrt und Kritiker mundtot gemacht.

Krisen, wie die 700-Milliarden-Dollar-Pleite von Lehman bringen es zwar mittlerweile zu eigenen Jahrestagen in den Medien, an der Gier nach Wachstum und vor allem dem Methoden hat das nichts verändert. Woher soll es auch kommen? Der Managernachwuchs lernt zwar an den 100 europäischen Wirtschaftsuniversitäten alle Business- und Finanztricks, Wirtschaftsethik kennt man allenfalls vom Hörensagen. Nach der Krise rasen alle wieder weiter, als hätte man sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzung abgeschafft. Vollgas für alle, immer schneller, immer riskanter. Die Rückkehr zum ehrbaren Kaufmann durch ein selbstverordnetes Wertesystem für Manager käme einer kollektiven Vollbremsung gleich, was sich insgeheim die meisten wahrscheinlich sogar wünschen.

Die eigentliche Herausforderung ist es nicht, ein solches Wertesystem aufzuschreiben, sondern es zu kontrollieren. Mit dem Finger auf diejenigen zu zeigen, die dagegen verstoßen, schlägt der Präsident der EBS Universität in Wiesbaden vor. Viel schwerer zu etablieren als Gesetze, dafür aber ein äußerst effektiv - was gibt es wirkungsvolleres als die Androhung öffentlicher Schande und Ausschluss aus dem Netzwerk. Ob sich freilich jemand traut, mit dem Finger zu zeigen, bevor es zur Krise kommt, wird spannend.

Kommentare (0)
E-Mail Drucken PDF

Mautkompromiss mit Beigeschmack: wer investiert, ist angeschmiert

Am 1. Januar 2011 sollte eigentlich die LKW-Maut für Euro-3-LKW um 2 Cent steigen. So wollte es einmal die große Koalition. Die neue Regierung will´s nicht und hat gestern die bereits beschlossene  Mauterhöhung wieder zurückgenommen. Die Politik hat Wort gehalten, die Verbände freuen sich, das gesamte LKW-Gewerbe profitiert.

So ganz stimmt das freilich nicht. Schon bei der letzten Mautanhebung Anfang 2009 hat man der Branche kräftig in die Tasche gegriffen. Angesichts der Rettungsmilliarden für Banken, Wirtschaft und den Euro fallen jetzt die Mautpfennige, höflich formuliert, sowieso eher in die Kategorie ausgleichende Gerechtigkeit. Freuen können sich zwar die Euro-3-Fuhrparkbetreiber, doppelt das Nachsehen haben dafür die Euro-5-Besitzer. Im Gegenzug zur Erhöhung für Euro 3 sollte nämlich auch der Tarif für Euro-5-Fahrzeuge gesenkt werden, zwar nur geringfügig um 0,1 Cent, aber immerhin. Das fällt jetzt natürlich auch aus. Da haben sie schon in moderne, umweltfreundliche Technik investiert und sollen jetzt auch noch Euro 3 subventionieren. Bleibt ein leicht bitterer Beigeschmack: wer investiert, ist angeschmiert.

Kommentare (0)
E-Mail Drucken PDF

VDA gibt medientechnisch Gas und die DVZ gewinnt die IAA-Messezeitung

Web-TV, Radio, Messezeitung, Nachrichtenticker. Medientechnisch machen nur wenige dem Verband der Automobilindustrie (VDA) etwas vor. Da war es nicht anders zu erwarten, dass man für die anstehende Nutzfahrzeug-IAA wieder aus allen Rohren feuern würde. Gestern gab der VDA die Medienkooperationen für die Messe bekannt.

Pressemitteilungen werden über eine Kooperation mit dem Nachrichtennetzwerk der dpa-Tochter news aktuell verbreitet. In Sachen Web-TV arbeitet der VDA mit automanager.TV zusammen, die für den VDA Nachrichten- und Magazin-Sendungen, Interviews und Ausstellerportraits produzieren und über www.iaa.de, www.automanager.de, aber auch iTunes, YouTube und Maxdome ausstrahlen. Die privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunk-Redaktionen und die regionalen Radiosender versorgt der VDA flächendeckend über eine Kooperation mit all4radio.

Unter den Fachverlagen konnte nur einer punkten. Als einziger der großen Drei (DVV, ETM, VHV) findet sich unter den wichtigen Medienpartnern der Deutsche Verkehrs-Verlag mit der DVZ. Die Hamburger werden die heißbegehrte, weil prestigeträchtige Messezeitung IAA-Aktuell machen. Zum dritten Mal in Folge übrigens. Damit hatte niemand gerechnet, geht man doch stillschweigend davon aus, der VDA würde alle zwei Jahre wechseln, damit jeder der drei Fachverlage mal zum Zug kommt. Wie man aus dem Verband hört, haben sich auch die Nutzfahrzeugverlage ETM (transaktuell) und Heinrich Vogel (VerkehrsRundschau) in der Ausschreibung mit jeweils einem Konzept beworben. Warum es die DVZ geworden ist, da übt man sich aber in vornehmer Zurückhaltung, nur soviel: „Wir haben uns nach Vorlage der Angebote für die DVZ entschieden“.

Kommentare (0)
E-Mail Drucken PDF

Seite 31 von 33

You are here: Archiv

 

Hunderte von E-Mail-Pressemitteilungen fallen in Logistikredaktionen täglich der Löschtaste zum Opfer, obwohl ihr Inhalt eigentlich relevant wäre.

Eine Anleitung für die perfekte Pressemitteilung

Pressinfos per E-Mail richtig verschicken

Der Club der berühmtesten Logistiker der Welt

Über uns

wuermser.communications ist eine auf Logistik, Transport und Verkehr spezialisierte Kommunikations- und Medienberatung.

Unsere Kunden: Logistikanbieter, Wissenschaft und Forschung, Verbände und Verlage in Wirtschaft, Logistik, Transport und Verkehr, Politik

Unsere Kernkompetenzen: Media-Beratung, Public Relations, Business Relations, Redaktion, Moderation und Schulung, Konzeptentwicklung

Unsere Stärken: kompetent, effizient, vernetzt

Weiterlesen

Kontakt

Anregungen oder Fragen, Lob oder Kritik, Informationen oder Hinweise.

Melden Sie sich.