Logistik-Blog

Warum die Logistik die Führungsrolle bei der IT-Entwicklung übernehmen und Software wie Autos produzieren muss

Google testet fahrerlose Autos, Mercedes hat auf den Future Truck 2025 das Ablaufdatum des Fahrerberufes gleich auf die Plane des Trucks gedruckt, Amazon arbeitet daran seine Kunden zu beliefern, bevor die überhaupt etwas bestellt haben und eine simple App revolutioniert das Taxi-Gewerbe: Die Digitalisierung bestimmt längst unser Leben. Mehr noch: sie wird zum wettbewerbsentscheidenden Faktor der Logistik. Während andere noch zweifeln, haben das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST schon mal den Grundstein für einen radikalen Wandel in der Software-Produktion gelegt und das »Fraunhofer-Innovationszentrum für Logistik und IT« gegründet, kurz FILIT.

Ein Grundproblem der Logistik-IT-Entwicklung ist damit vom Tisch: Seit zwei Jahrzehnten spielt die IT zwar eine immer bedeutendere Rolle in der Logistik, aber die Software dafür wird immer noch von Menschen programmiert, die noch nie ein Lager von innen gesehen, geschweige denn Ahnung von Logistik haben. Entsprechend reaktiv, fast schon lethargisch ist die Logistikbranche IT-technisch betrachtet unterwegs. Das soll sich nun ändern: Verschiedene Abteilungen beider Institute wollen im FILIT künftig gemeinsam an Software-Lösungen und elektronischer Hardware arbeiten, die optimal auf die Bedürfnisse der Logistik abgestimmt sind. Die Logistik- und Branchenkompetenz steuert das IML bei, die IT-Kompetenz kommt vom ISST. "Statt mit den Systemen zu leben, die die Software-Industrie uns anbietet, muss die Logistik zu der führenden Instanz in der Software-Produktion werden. Dies kann nur durch einen radikalen Wandel in der Software-Entwicklung gelingen. Wir müssen in Deutschland künftig Software produzieren wie Autos – zielgerichtet, informationseffizient und ökonomisch«, ließ Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer IML, beim Zukunftskongress Logistik recht wenig Zweifel daran, wohin die Reise geht.

Am liebsten vom Silicon Valley ins Digitale Ruhrgebiet. Das Silicon Valley kopieren will man nicht, doch der Anspruch ist big, big, big. Er muss es sogar sein, denn "Software ist eines der wichtigsten Produktionsmittel und zentrales Innovationsmedium der Zukunft. Um zukünftig Ideen in den Markt bringen zu können, müssen wir sie in Software gießen können, in kurzer Zeit, zu vernünftigen Preisen, mit hoher Qualität und Sicherheit. Genau dieses Ziel verfolgen wir im Fraunhofer-Innovationszentrum für Logistik und IT", sagt ISST-Chef Prof. Jakob Rehof. Wie recht er damit hat, zeigt auch die Tatsache, dass  eine zielgerichtete und effiziente Software-Produktion heute ein ganz entscheidenden Innovationstreiber ist. Länder mit einer eigenen Technologieentwicklung sind im Wettbewerb taktgebend, denn sie setzen die Standards. und dort wird später auch das Geschäft gemacht.

Nun hat es die Logistikwirtschaft in der Handel, ob der Plan aufgeht. Wenn die Unternehmen und die Politik der Branche weiter darauf warten, dass ihnen die Softwareindustrie vielleicht irgendwann einmal etwas programmiert, was man brauchen kann, dann wird die Logistik wohl nicht schnell genug sein, um auf das nächste disruptive Geschäftsmodell die richtige Antwort zu finden. Mit dem geplanten „DB Schenker Enterprise Lab for Logistics and Digitization“ am Fraunhofer IML in Dortmund sind die ersten Mitstreiter jedenfalls schon gefunden.

Die Fakten: Die Zusammenarbeit im FILIT wird sich auf die drei Leitthemen »Data Innovation«, »Health Care Innovation« und »Compliance Innovation« konzentrieren. Konkrete Fragestellungen werden dabei neben Software-Lösungen für Industrie 4.0, Big Data, Cloud Computing oder innovative digitale Geschäfts- und Prozessmodelle, auch die IT-Sicherheit sowie die IT-gestützte Verbesserung der Gesundheitsversorgung sein. Als erster Bereich wird das »Data Innovation Lab« unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Boris Otto an den Start gehen. Otto, der Inhaber des Audi-Stiftungslehrstuhls Supply Net Order Management an der TU Dortmund ist, wird neben den geschäftsführenden Institutsleitern beider Fraunhofer-Institute, Prof. Dr. Michael ten Hompel und Prof. Dr. Jakob Rehof, die strategische Leitung des FILIT übernehmen.

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