Jeff Bezos zieht in die Weltruhmeshalle der Logistik ein und warum die Zahl 7 dabei eine Rolle spielt

Er wurde zum schlechtesten Chef gewählt, als Streichelzoo ist seine Firma ebenfalls nicht bekannt, er setzt Milliarden in den Sand, wenn er eine Idee hat, ist effizenzversessen und soll sich aber auch sonst überall einmischen. Man könnte auch sagen,  Amazon-Gründer und CEO, Jeff Bezos, ist ein typischer Unternehmer. Gut, vielleicht nicht ganz typisch, immerhin war er zeitweise der reichste Mensch auf Erden. Obwohl er langfristig nichts macht, was kein Geld bringt, scheint Geld doch nur Mittel zum Zweck zu sein. Bezos hat einen Plan, will ein Ziel erreichen - ein möglichst großes. Er lebt nach der Devise „think big, wenn Du eine Idee hast, mit der Du das Leben von Millionen von Menschen verbessern kannst, denkst Du zu klein.“ Es dauert immer sieben Jahre, soll er einmal gesagt haben, bis sich herausstellt, ob eine Idee funktioniert.

Ohne Bezos hätte sich in der Logistik nicht allzuviel bewegt. Dafür zieht der U.S.-Amerikaner als jüngstes Mitglied in Ruhmeshalle der berühmtesten Logistiker der Welt ein. Offiziell aufgenommen wird er am 9. November anlässlich des jährlichen Logistics Hall of Fame-Gala-Empfangs im Erich-Klausener-Saal des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin.

Jeff Bezos kann für sich in Anspruch nehmen, die Handelslogistik revolutioniert zu haben, heißt es in der Jury-Begründung. In der Tat ist beinahe jede technische Neuentwicklung heute vom Onlinehandel beeinflusst, etliche sind sogar komplett auf ihn ausgerichtet. Er erkannte als erster, dass Software und Logistik der Schlüssel sind, um den einkaufsgetriebenen Handel in einen nachfragegetriebenen Onlinehandel zu verändern. Mit der Kombination aus Software, Liefereffizienz, Automatisierung und langfristigem Denken habe der Informatiker die Transport- und Intralogistik grundlegend verändert und Amazon zum Benchmark für die Branche gemacht, sagt die Jury. Zudem habe er eindrucksvoll bewiesen, dass innovative Logistik einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet. 

Der Internetpionier startete 1994 mit einem Internetbuchhandel ins Unternehmertum und machte in nur wenigen Jahren aus dem „größten Buchladen der Welt“ nicht nur das „größte Kaufhaus der Welt“, sondern einen Technologiekonzern. 2016 setzte das Unternehmen Waren im Wert von weit über 135 Milliarden Dollar um. Bezos' unternehmerischer Erfolg basiert aber nicht auf den von ihm angebotenen Waren und Dienstleistungen, sein Erfolgsrezept ist die Art und Weise, wie Produkte zum Kunden gelangen. Er warf das alte Push-Prinzip über Bord und führte ein Pull-Prinzip ein. Während sich der Handel bis dato nur eine Auswahl von Produkten auf Lager legte und im Nachhinein auswertete, welche Produkte gut oder schlecht abverkauft wurden, zeigte das Internet in Echtzeit, wer gerade welche Produkte suchte. Bezos setzte als erster Algorithmen dafür ein, die Wünsche der Konsumenten zu kennen und überzog die Welt mit Logistikzentren, um beinahe jedes beliebige Produkt kostengünstig, schnell und zuverlässig zum Kunden zu transportieren. Die Hälfte der Amerikaner kann er heute in 30 Minuten beliefern, behauptet der Netzökonom, und Amazon testet nach den Try-and-Error-Prinzip fast täglich technologische Innovationen, um den Prozess von der Kundenbestellung bis zur Auslieferung des Pakets weiter zu optimieren. Doch damit gibt sich Bezos nicht zufrieden. Aktuell schwebt ihm ein Überlogistikdienstleister vor. Er spannt mit der „Amazon Global Supply Chain“ ein weltweites Logistiknetzwerk, um als Mittler zwischen Händler und Kunden sämtliche Schritte der globalen Supply Chain - von der Produktion der Ware bis zur Zustellung an die Haustür - selbst zu steuern. In sieben Jahren wissen wir, ob es funktioniert hat.

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