Warum BMW seine Fahrerlosen Transportsysteme jetzt selber baut

 

Die Post entwickelt Elektrotransporter, Versandhändler Amazon wird zum Logistikdienstleister und BMW baut neuerdings Fahrerlose Transportsysteme (FTS). Nach nur sechs Wochen wurde im „BMW Enterprise-Lab for Flexible Logistics“ in Dortmund ein Prototyp namens BMW STR (Smart Transport Robot) entwickelt. Nach nur 12 Monaten Entwicklungszeit lief der Rollout und die Vorserienfertigung in Wackersdorf an. Schneller wurde nie ein FTS zur Praxisreife gebracht. 

Warum baut ein Autokonzern FTS? Weil der Markt nichts Passendes hergebe, sagte mir BMW-Logistiker Dirk Dreher. Wie kann das sein, die Intralogistikindustrie hat doch massenweise FTS, Routenzüge, autonom, effizient und nagelneu? Ganz einfach: Nicht Anbieter, die autonome Produkte oder ganzheitliche Lösungen im Programm haben, machen künftig das Geschäft, sondern nur wer den Willen mitbringt, diese zu vernetzen, und zwar mit der Konkurrenz. Kunden wie BMW träumen vom Intralogistik-Zoo, in dem alles was pickt, fährt oder packt nicht nur autonom unterwegs ist, sondern markenübergreifend nach standardisierten Regeln miteinander kommuniziert. Offene Schnittstellen sind willkommen, geschlossene Systeme müssen draußen bleiben, heißt es kurz und bündig.

Hätten die Hersteller etwas Adäquates in der Schublade gehabt, Dreher hätte es genommen. Im echten Leben bedauert der Maschinenbauer eher die Langsamkeit des Seins. „Die Gespräche mit den Herstellern waren ernüchternd,“ berichtet er. Was dann folgt, ist deutlich und lautet auf den Punkt gebracht etwa so: Das Beharrungsvermögen in der Intralogistik ist hoch und die Anbieter halten zu lange fest an ihren Cash-Cows, daran, dass sie mit bewährter, robuster Technologie immer noch gutes Geld verdienen. 

Im vergangenen Jahr hat mich der Autokonzern nach München eingeladen, um mir die unglaubliche Geschichte einer fehlgeschlagenen Suche und deren Folgen nach einem passenden FTS zu erzählen. 

Die ganze Geschichte hat der LT-manager veröffentlicht.

 

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